Das richtige Bewerbungstraining
Jeder kann eine gute Bewerbung schreiben, da bin ich mir ganz sicher! Der eine braucht zwar mehr Bewerbungstraining als der Andere, aber letztendlich sollte jeder zu seinem Ziel kommen. Bei mir hats ja schließlich auch geklappt, auch wenn ich zwischendurch nicht mehr wirklich davon überzeugt war. Ich habe mich zwischenzeitlich schon bei dem Herrn Zwegert von RTL gesehen oder im Haus von Big Brother - fürchterliche Vorstellungen, oder?! Doch ich konnte die Kurve kriegen und meine Bewerbung so gestalten, das sie letztendlich Erfolg brachte. Doch was genau habe ich denn nun gemacht?
Zuersteinmal schaute ich mich um, wer mir alles Hilfe leisten konnte. Richtiges Bewerbungscoaching konnte ich mir nicht leisten, aber zum Glück boten da Foren oder Chats eine gute Anlaufstelle, um Gleichgesinnte und Experten zu finden. Macht ja Sinn, das man erstmal versucht, die eigenen Fehler zu begreifen bevor man wild anfängt, Ergänzungen zu tätigen. So kam es, das ich schon nach wenigen besuchten Foren eine Menge Dinge hatte, die mir dabei halfen, den eigenen Bewerbungstext nach Fehlern zu durchsuchen und diese auszumerzen. Es fanden sich eine ganze Reihe von - im Nachhinein betrachteten - seltsamen Formulierungen. Wie konnte ich mir da denn überhaupt glauben, das so etwas bei den Chefs ankommt. Naja jedenfalls hat es mich gut und gerne 3 Tage gekostet, Fehlerbereinigung zu betreiben. Schritt 1 war damit zu Ende.
Als nächsten Punkt nahm ich mir die Ergänzungen vor. Hier noch ein wenig mehr zu meiner Person geschrieben, dort noch eine Fähigkeit mehr angelegt. Das ganze hübsch aufbereitet mit entsprechenden Schriftarten sowie dem Gestalten eines eigenen Seitenlayouts. Wenn ich Designer werden möchte, soll ja meine Bewerbung zumindest schonmal den Anschein erwecken, das ich kreativ bin, oder?! Nur zu erzählen, man könne mit Farben und Formen umgehen macht ja noch lange keinen guten Mediengestalter. Dieser Schritt war dann nach 2 weiteren Tagen des Polierens abgeschlossen.
Als Sahnehaube musste ich mich jetzt nochmal durch eigene Arbeitsproben präsentieren. So wählte ich gemalte Bilder, die seinerzeit Auszeichnungen oder gute Noten erhielten sowie selbst geschossene Fotos, die hintereinander gelegt sogar eine Geschichte ergaben. Ich fühlte mich nach dieser erledigten Aufgabe wie ein neuer Mensch: was jetzt vor mir lag, war nicht mehr eine x-beliebige Bewerbung von vielen tausend anderen, sondern ein Stück meiner Persönlichkeit, die auf hübsch gestaltetes Papier gebannt wurde. Da war es nahezu schon blamabel, sich nochmals den ersten Bewerbungsentwurf anzuschauen - ohmann!
Meine Freunde und Familie bestätigten mich in meinem Eindruck, hier eine tadelose und kaum zu verbessernde Bewerbung in den Händen zu halten. Damit würde ich es überall hin schaffen, wurde mir freundlich entgegengebracht. Und das Vetrauen zahlte sich aus: von den nun versanden 10 Bewerbungen wurde ich bei 5 tollen Firmen zum gespräch eingeladen. Und siehe da: ich habe die Stelle bei der Firma bekommen, zu der ich ursprünglich auch wirklich wollte. Meine Bewerbung konnte gestalterisch so überzeugen, das auch meine mittleren Noten nichts mehr trüben konnten. Die Ausbildung ist zwar hart, aber dafür kann ich sicher sein, im Anschluss gut auf das Leben als Designer vorbereitet zu sein. Ich bin bereit, was auch immer da komme möge. Ich habe es geschafft!!
Eure Katrin
